Auftaktveranstaltung der Projektreihe WeltWasserWirtschaft an der Goethe-Universität

Auftaktveranstaltung der Projektreihe WeltWasserWirtschaft an der Goethe-Universität

Ist es ethisch richtig, Trinkwasser in wasserarmen Regionen zu fördern und zu verkaufen? Wer trägt die Hauptverantwortung für das Funktionieren des Versorgungssystems in einem (ressourcenarmen) Land? Welche anderen Erzeugnisse (insbesondere Kaffee) werden aus den im Fokus stehenden Regionen exportiert? Brauchen wir wirklich spanische Exotenfrüchte im Februar, trotz des Wissens um die großen Wassermengen, die deren Anbau benötigt?

Es waren Fragen wie diese, denen sich die Auftaktveranstaltung der Projektreihe „WeltWasserWirtschaft“ am vergangenen Dienstag widmete. Über 100 Zuschauer, interessierte Studenten und spannende Gäste, darunter Hydrologen, Wirtschaftsethiker, NGO- und Nestlé-Vertreter machten den Aufschlag für eine komplexe, weitreichende und zugleich lösungsorientiere Forschungsarbeit, in der Studenten der Goethe-Universität das globale Phänomen der Wasserknappheit analysieren.

Zu Gast waren folgende Speaker aus der Wirtschaft und Wissenschaft: Dr. Laura Woltersdorf von dem Institut für Physische Geographie, Anke Stübing (Head of Corporate Social Responsibility bei Nestlé) und Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucherinitiative e.V. Die Veranstaltung wurde von dem Herrn Prof. Minnameier moderiert, der auch die Projektarbeit in den Arbeitsgruppen betreut.

Zu Beginn der Veranstaltung hat Frau Dr. Woltersdorf im Vortrag „Ein Überblick über die Wasserproblematik aus (natur-)wissenschaftlicher Sicht“ die Grundlage für die nachfolgende Diskussion geschaffen, indem sie die Hintergründe der Wasserknappheitsproblematik erörtert hat. Gründe für den Mangel an Wasserressourcen sind vom Land zu Land unterschiedlich, können aber in zwei große Gruppen unterteilt werden: physische und wirtschaftliche Knappheit. So begründet sich die Wasserknappheit in Pakistan durch sehr hohe Wasserentnahmen, in Äthiopien aber vor allem durch sehr hohe Kosten der Ressource.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde den Teilnehmern ein Ausschnitt aus dem kritischen Film „Bottled Life“ gezeigt, dessen Fokus auf der Kritik der Wasseraufbereitung durch Nestlé in der wasserarmen Region Pakistans lag. 

Anke Stübing kontert: „Es macht überhaupt keinen Sinn, zu sagen: Wir machen mal Nestlé zu, und dann wird die Welt gerettet. Das wird nicht funktionieren.“ Sie hebt Kooperationen Nestlés mit dem DRK hervor und betont, der Konzern (weltweit der größte Nahrungsmittelhersteller) habe 600.000 Menschen Zugang zu Wasser geschaffen.  Die Diskussion drehte sich hierbei auch um die Frage, inwiefern sich überhaupt Unternehmen um infrastrukutrelle Aufgaben wie die Wasserversorgung kümmern sollten – anstatt staatliche Seite oder NGOs.

Vertreter ebendieser war Georg Abel von der Verbraucherinitiative e.V., der von seinen Erfahrungen berichtete, die er während der Reise nach Pakistan gemacht hat. Seiner Ansicht nach, sind nicht (nur) große Unternehmen, sondern auch Verbraucher in Europa dafür verantwortlich, dass mit Wasserressourcen sparsam und effizient umgegangen wird. Ein ausführliches Interview mit Georg Abel ist auf unserer Website zu finden.

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