Aride Regionen zeichnen sich durch hohe Temperaturen und geringe Niederschläge aus. Die Verdunstung übersteigt den Niederschlag, wodurch es zu Wassermangel und damit verbunden zu Wüsten- und Steppenbildung kommt.

Arides Klima herrscht in der Sahara sowie im Süden Afrikas; in Vorder- und Südasien sowie Teilen Zentralasiens (u.a. Wüste Gobi); in großen Teilen Australiens; im Westen der USA sowie im Westen Südamerikas (z.B. die chilenische Atacama-Wüste).

Der geringe Niederschlag macht eine nachhaltige Nutzung der vorhandenen (Grund-)Wasserreserven in ariden Gebieten zwingend erforderlich; werden die Wasserressourcen übermäßig ausgebeutet, kann es zu katastrophalen ökologischen und ökonomischen Folgen kommen. Dies zeigt das Beispiel des zentralasiatischen Aralsees:  Ehemals einer der größten Binnenseen der Welt, trocknete er in den letzten Jahrzehnten durch übermäßige Wasserentnahme an den Zuflüssen zunehmend aus und versalzte. In den 1960er Jahren wurde der Wasserverlust erstmals bemerkt. Bis 2014 fielen ca. 60.000 Quadratkilometer trocken, sodass der See auf ein Zehntel seiner ehemaligen Größe zusammenschrumpfte. Als Folge brach in den 1980er Jahren die Fischerei am Aralsee, die den Lebensunterhalt für Zehntausende Menschen gesichert hatte, völlig zusammen. Bis heute hat sie sich nicht erholt, wenn auch Projekte wie Staudämme lokal zum Wiederanstieg des Wasserspiegels führen.

 

Die chilenische Atacama-Wüste ist, abgesehen von den Polargebieten, die trockenste Wüste der Welt. Der jährliche Niederschlag liegt bei unter 20 Millimetern.

Wasserknappheit kann jedoch nicht nur natürliche Ursachen haben, sondern auch menschengemacht sein. Indien verfügt etwa theoretisch über genügend Grundwasserreserven, um die Trockenzeit vor dem Monsun zu überstehen. Jedoch haben jahrzehntelange nicht-nachhaltige Nutzung und eine verfehlte Wasserpolitik zu einer künstlichen Wasserknappheit in weiten Teilen des Landes geführt. Beispielsweise subventioniert die Regierung Wasserpumpen, mit denen äußerst wasserintensive Feldfrüchte wie Baumwolle angebaut werden. Durch übermäßige Bewässerung ist der Grundwasserspiegel stark gesunken. Während Dürreperioden sind nicht nur Landwirte, sondern auch die Industrie betroffen, wenn z.B. kein Kühlwasser mehr zur Verfügung steht. Mit einer vorausschauenden Strategie zum Wassersparen ließe sich die Wasserknappheit effektiv bekämpfen. 

Mexiko-Stadt hat ebenfalls Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung. Vor allem in den armen Stadtbezirken ist eine Wasserversorgung durch die Regierung nicht gewährleistet, weshalb von den Einwohnern Tanklastwagen bestellt werden, die Trinkwasser liefern. Wo noch Wasser aus dem Hahn kommt, sorgt das marode Leitungssystem für tägliche Verluste in Höhe von Millionen von Litern, geschätzt etwa 30-40% der transportierten Wassermenge.

Die Stuttgarter Neue Zeitung fasst die Probleme zusammen, die schnell wachsenden Städten vor allem in der Dritten Welt in Bezug auf die Wasserversorgung drohen: Die Bevölkerung wächst zu schnell, das Leitungssystem ist marode, häufig verunreinigtes Trinkwasser, ein fehlendes Bewusstsein der Bevölkerung für den Wert des Wassers sowie ein Desinteresse häufig korrupter Regierungen an der Lösung des Versorgungsproblems.

Im Sommer 2018 kam es im regenreichen Deutschland zu einer langanhaltender Hitzewelle. Dies hatte unter anderem ein Fischsterben zur Folge, da sich die Temperaturen in Flüssen erhöhten und sich der Sauerstoffgehalt im Wasser verringerte. An Orten, wo sich Süß- und Salzwasser mischen, wie in den Küstenregionen in Niedersachsen, steigt bei ausbleibenden Regen der Salzanteil, was zusätzlich zu Fischsterben führte. Aus dem Rhein wurden mehrere Tonnen toter Fische geborgen. Außerdem hatte die Hitze zur Folge, dass es teilweise auch Engpässe bei der Versorgung, Produktionsausfälle und Einschränkungen beim Schiffsverkehr gab. Zusätzlich belasteten Blaualgen die Gewässer. Blaualgen sind Bakterien, die sich durch die Hitze ausbreiten; bei Hautkontakt führen sie zu Reizungen und bei Verschlucken zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Wenn es in einem wasserreichen Land wie Deutschland häufiger zu Dürre kommt, kann sich auch hier die Verfügbarkeit von Wasser anders entwickeln.

Quellen:

https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/arides-klima/926

http://www.bbc.com/future/story/20180719-how-kazakhstan-brought-the-aral-sea-back-to-life

https://www.deutschlandfunk.de/aralsee-in-kasachstan-frueher-ein-gewaltiges-meer.1242.de.html?dram:article_id=428811

https://www.welt.de/reise/Fern/article182211200/Chile-Die-Atacama-ist-eine-Wueste-von-bizarrer-Schoenheit.html

https://www.spiegel.de/panorama/indien-schwerste-duerre-seit-jahrzehnten-330-millionen-betroffen-a-1088452.html

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wasser-mexiko-stadt-geht-das-wasser-aus.1bd1b1fd-53d3-4e1e-9fff-b78216f4f295.html

https://www.nzz.ch/international/mexikos-hauptstadt-leidet-unter-wasserknappheit-ld.1350166

https://www.sueddeutsche.de/wissen/hitze-fischsterben-1.4083174

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