Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung sieht fünf Ursachen für globale Wasserprobleme: Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Industrialisierung, Veränderungen des Klimas sowie kulturellen Wandel.

Das Wachstum der Weltbevölkerung, die damit einhergehende Urbanisierung sowie der steigende Lebensstandard führen zu einem steigenden Wasserbedarf. Dieser hat sich in den vergangenen 100 Jahren versechsfacht. Es wird bis zum Jahr 2050 ein Anstieg von 55% prognostiziert. Gleichzeitig wächst der Druck auf die weltweiten Wasserreserven durch zunehmende Verschmutzung: Einerseits durch industrielle Nutzung von Wasser, andererseits durch Verunreinigung mit Fäkalien, wenn in schnell wachsenden Städten keine ausreichende Abwasserentsorgung und -aufbereitung installiert wird. Während immer mehr Wasser benötigt wird, wird gleichzeitig immer mehr Wasser so sehr verschmutzt, dass es nicht mehr verwendet werden kann.

 

 

Der Klimawandel führt zu immer stärkeren Dürreperioden in vielen Gebieten. Durch den menschengemachten Treibhauseffekt ändern sich Wasserkreisläufe und damit die Niederschläge und Verdunstung. Bei einer Zunahme von Niederschlägen kann zusätzliches Wasser zu Überflutungen und Störungen der Infrastruktur, wie etwa der Kanalisation, führen. Vor allem in Entwicklungsländern sind Technik und Wassermanagement noch nicht genügend ausgereift, um die Folgen in den Griff zu bekommen. Industrie und Landwirtschaft sorgen für Verschmutzung von Luft und Wasser z.B. durch Giftstoffe und Erdöl. Dies verunreinigt Wasser in Seen und Flüssen. Das Grundwasser wird durch Düngemittel und Pestizide kontaminiert. Wasserressourcen werden zusätzlich durch Medikamente und Mikroplastik belastet.

Ungleiche Verteilung der Niederschläge führt in einigen Regionen zu extremen Regenfällen, in anderen zu Trockenheit. Klimamodelle projizieren die erwarteten Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene geografische Regionen. Dabei werden für gewöhnlich mehrere Modelle erstellt, in denen verschiedene Parameter (unterschiedliche Temperaturerhöhungen oder Niederschlagsverteilungen) verwendet werden. Nach Schewe et al. (2014) wird Teilen Ostafrikas, dem Westen Chinas und Süd-Indien wird durch den Klimawandel voraussichtlich mehr Wasser zur Verfügung stehen. In Süd-China, im Süden der Vereinigten Staaten, im Nahen Osten und Mittelmeerraum wird dagegen die Wasserknappheit stark zu spüren sein.

Gleichzeitig ist ein kultureller Wandel im Umgang mit Wasser festzustellen. Wasser wird nicht mehr unmittelbar als aus Quellen stammend wahrgenommen; durch die ständige Verfügbarkeit aus dem Hahn sinkt in den Industrienationen die Wertschätzung dieser Ressource. Gedankenlosigkeit, Profitgier und Mangel an ausreichenden Wasservorkommen setzen übermäßige Wasserverschwendung in Gang. Viele Staaten greifen bereits ihre Grundwasserreserven der Zukunft an.

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