Vorkommen

Unsere Erde besteht zu 71% aus Wasser- das entspricht 1,4 Milliarden Kubikkilometern. 97,4% davon sind Salzwasser und somit für uns Menschen unbrauchbar. Salzwasser eignet sich weder als Trinkwasser, noch zur Bewässerung der Felder und industrieller Produktion, da dies auf Dauer den Maschinen schaden würde. Die restlichen 2,6% des weltweiten Wasservorkommens sind Süßwasser. Doch mehr als zwei Drittel davon sind in Gletschermassen und in Permafrostböden gebunden. Dieses Eis ist schwer abbaubar und so auch schlecht verwendbar. So bleiben nur noch 0,8% des Süßwassers auf der gesamten Erde für den Menschen nutzbar. Diese 0,8% sind größtenteils Grundwasser, aber auch Oberflächenwasser in Flüssen und Seen. Theoretisch reicht dieses sowohl geographisch als auch saisonal aus, um etwa 9 Milliarden Menschen mit Wasser zu versorgen, doch die ungleiche Aufteilung und steigende Nachfrage führen zu einer globalen Wasserkrise; das heißt, dass einer bestimmten Population nicht genügend Trinkwasser zu Verfügung steht. Von den 14.000 Kubikmetern erreichbaren Süßwassers nutzen und wiederverwenden die Menschen gerade mal 5.000 Kubikmeter.

Rohstoffe wie Erdöl, Kohle etc. können auf der Erde aufgebraucht werden. Wasser nicht, da es Teil eines Kreislaufs ist, der stark vereinfacht gesehen aus Verdunstung und Kondensation besteht. Das verfügbare Wasser bleibt konstant. Die Menge an nutzbarem, sauberem Wasser kann sich jedoch durch starke Verschmutzung verringern.

 

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Versorgung wurde 2010 von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Wasserversorgung ist eines von 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Zur Erinnerung an den Wert von Wasser wurde der 22. März als Weltwassertag festgelegt.

Wasserknappheit

Sind nicht genügend Wasserressourcen vorhanden, um den vorhandenen Wasserbedarf zu decken, spricht man von Wasserknappheit (engl. water stress). Die UNESCO schätzt, dass in mehr als 50 Staaten Wasserknappheit eine Rolle spielt. Im Jahr 2015 erklärte das Weltwirtschaftsforum Wasserknappheit und ihre Auswirkungen zu der größten Gefahr des kommenden Jahrzehnts. Für mindestens einen Monat im Jahr leben ganze zwei Drittel der Weltbevölkerung unter schwerer Wasserknappheit; eine halbe Milliarde Menschen sogar das ganze Jahr über. Übersteigt der Wasserbedarf die natürlich vorhandenen Ressourcen einer Region, spricht man von physischer Wasserknappheit. Die häufiger auftretenden ökonomischen Wasserknappheit resultiert daraus, dass die vorhandenen Wasserressourcen schlecht gemanagt werden.

Durch den Klimawandel wird sich die Wasserknappheit in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen. Es ist mit großer Sicherheit davon auszugehen, dass Dürren mit größerer Häufigkeit auftreten werden als zuvor. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) kam zu dem Ergebnis, dass pro globalem Temperaturanstieg von 1 °C etwa 7% der Weltbevölkerung ca. 20% weniger erneuerbare Wasserressourcen zur Verfügung stehen:

For each degree of global warming, approximately 7% of the global population is projected
to be exposed to a decrease of renewable water resources of at least 20% […]. 

-Intergovernmental Panel on Climate Change, Fifth Assessment Report 2014

Wasserknappheit wird gemessen, indem man das Verhältnis der Bevölkerung zu vorhandenem Wasser, also der Menge der vorhandenen Wasserressourcen einer Region pro Jahr, abschätzt. Der Falkenmark Wasserstress Indikator legt fest, dass in einem Land oder einer Region von Wasserknappheit gesprochen wird,  wenn jährlich pro Person weniger als 1.700 Kubikmeter Wasserressourcen zur Verfügung stehen. Bei einer verfügbaren Wassermenge zwischen 1.000 und 1.700 Kubikmetern pro Person im Jahr handelt es sich um periodische oder räumlich begrenzte Wasserknappheit. Stehen einer Person weniger als 1.000 Kubikmeter im Jahr zu Verfügung, wird dies als Wassermangel bezeichnet. Bei weniger als 500 Kubikmeter spricht man von Wassernotstand. Laut Weltwasserbericht der UNESCO aus dem März 2019 haben 2,1 Milliarden Menschen weltweit keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. 

Die Welternährungsorganisation schätzt, dass bis zum Jahr 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung, also ca. 4,6 Milliarde Menschen, unter Wasserknappheit leben werden; 1,9 Milliarde Menschen sogar in absoluter Wasserknappheit.

Der UN-Ausschuss vereinbarte fünf Grundelemente für Wassersicherheit: Das Recht auf ausreichendes, sicheres, angemessenes, physisch zugängliches und erschwingliches Wasser für den persönlichen und privaten Gebrauch.

Quellen

Ghanem, M. (2019) Afrika zwischen Fluch und Segen: Teil 1: Wasser (Vol. 1). tredition.

Intergovernmental Panel on Climate Change. Working Group II. Climate change 2014: impacts, adaptation, and vulnerability. IPCC Working Group II, 2014.

http://www.bpb.de/wissen/VGPF7A,0,0,Wasserverf%FCgbarkeit.html

https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2018/03/wassermangel-wird-immer-bedrohlicher

https://reset.org/knowledge/mangelware-wasser

https://www.unesco.de/newsletter/2580/weltwasserbericht-2019-grosse-ungleichheiten-beim-zugang-zu-wasser-sperrfrist-19

https://www.helles-koepfchen.de/artikel/3525.html

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