Zurzeit leben 7,64 Milliarde Menschen auf der Erde. Vielerorts ist Wassermangel ein großes Thema. Etwa 2,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 4,3 Milliarden haben keine Möglichkeit, sanitäre Einrichtungen (z.B. Toiletten) zu benutzen.

 

 

Der Wasserverbrauch pro Person in Deutschland liegt bei 200 – 400 Litern täglich

Wie viel Wasser verbrauchen wir?

International gelten 20 Liter Wasser am Tag für eine Person als ausreichend. Doch der tägliche Wasserverbrauch pro Person beträgt in Deutschland durchschnittlich zwischen 100 und 200 Litern. Amerika zählt zu den größten Verbrauchern: Eine Person in den USA verbraucht am Tag durchschnittlich knapp 400 Liter. In Industrieländern wie Deutschland werden in einem durchschnittlichen Haushalt jährlich mehrere Tausend Liter Wasser für Wäsche waschen, duschen, kochen, Geschirr spülen, Toilettenspülung, Gartenpflege etc. verbraucht. Ebenfalls versickert viel Wasser durch undichte Leitungen und verdunstet ungenutzt, was aber nicht nur in privaten Haushalten vorkommt. Weil sich die Deutschen immer mehr zu verantwortungsbewussten Wassersparern entwickeln, geht der Verbrauch in Deutschland stetig zurück. Von 144 Litern pro Person und Tag sank der Wasserverbrauch auf 123 Liter täglich im Jahr 2018.

 

Gerade mal mit 10% sind private Haushalte am gesamten Wasserverbrauch beteiligt. Doch das ist von Land zu Land unterschiedlich. In manchen Ländern haben private Haushalte eine höhere, aber dafür die Industrie und Landwirtschaft eine niedrigere Beteiligung.

Die größere Sünde – Virtuelles Wasser

Doch der indirekte Wasserverbrauch, auch „virtuelles Wasser“ genannt, fällt vielmehr ins Gewicht. Virtuelles Wasser ist das Wasser, das bei der Herstellung von Produkten wie Lebensmitteln und Textilien verdunstet, verbraucht oder auch verschmutzt wird. Wird das virtuelle Wasser mitberücksichtigt, liegt der Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Deutschland bei 3.900 Litern pro Tag.

Davon werden mehr als zwei Drittel aus anderen Ländern importiert. Dies bezieht sich auf den Verbrauch von Wasser im Ausland, welches den Menschen vor Ort fehlt. Das in diesen Staaten durch die Produktion verdunstete Wasser fällt nicht dort als Regen, sondern regnet in regenreichen Gebieten ab. Das führt dazu, dass in den virtuelles Wasser exportierenden Gebieten der Grundwasserspiegel sinkt und die betroffene Region auszutrocknen droht. Dies ist zum Beispiel im Süden Spaniens der Fall.

70% des globalen Süßwasserbedarfs entfällt, bedingt vor allem durch Bewässerung, auf die Landwirtschaft. Diese ist somit der größte Wasserverbraucher weltweit. In vielen Bewässerungssystemen erreichen nur etwas 25-30% des Wassers die Nutzpflanzen, während der Rest verdunstet und versickert. Ein Kilogramm Orangen benötigen zum Heranwachsen 438 Liter virtuelles Wasser. In der Fleischproduktion werden pro Tier 1.800.000 Liter virtuelles Wasser verbraucht. Umgerechnet sind das 15.400 Liter pro Kilogramm Rindfleisch. Das Wasser wird zum Trinken, zur Säuberung der Ställe, Anbau des Futters wie Soja, Mais etc. benötigt. Aber auch bei der Herstellung von einem Computer werden 20.000 Liter und bei Autos sogar insgesamt 400.000 Liter Wasser verbraucht. Die Produktion von Kaffee verbraucht 18.900 pro Kilogramm, Baumwollbekleidung 10.000 Liter pro Kilogramm.

In Deutschland werden 69% des virtuellen Wassers importiert, die restlichen 31% werden in Deutschland entnommen. Die fünf wichtigsten Länder, aus denen Deutschland virtuelles Wasser importiert, sind Brasilien, die Elfenbeinküste, Frankreich, die Niederlande sowie die USA.

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