Arsen im Grundwasser

Arsen im Grundwasser

Arsen ist ein natürlich vorkommender Bestandteil der Erdkruste. Wenn arsenhaltige Minerale verwittern, wird das giftige Element freigesetzt. Das Arsen wird vom Grundwasser aufgenommen oder aus arsenhaltigen Gesteinen gelöst, wenn diese durchflossen werden. Laut World Healh Organization (WHO) sind weltweit etwa 150 Millionen Menschen auf Grundwasser angewiesen, das mit Arsen belastet ist.

Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass mit belastetem Wasser Feldfrüchte bewässert werden; zudem wird es zum Kochen verwendet. Als Resultat werden auch über Lebensmittel, die mit belastetem Wasser bewässert oder gekocht wurden, große Mengen an Arsen aufgenommen.

Viele südostasiatische Länder wie Pakistan, Bangladesch und Indien sind besonders stark betroffen. Obwohl das Arsen in der Erdkruste einigermaßen gleichmäßig verteilt ist, löst es sich unter den dort herrschenden geologischen Bedingungen (Porengrundwasserleiter in quartären Lockersedimenten) leichter. Als Folge überschreitet das Grundwasser in diesen Ländern den von der WHO festgelegten Grenzwert von 10 Mikrogramm je Liter. Auch einzelne Grundwassermessstellen in der Schweiz zeigen erhöhte Werte. In Pakistan ist das Grundwasser zusätzlich mit anderen Schwermetallen wie Cadmium, Blei und Nickel sowie mit Nitrat belastet.

Arsen kann zu einer akuten Vergiftung führen, jedoch auch chronische Gesundheitsschäden zur Folge haben, wenn es über längere Zeiträume hinweg in geringen Dosen aufgenommen wird. Neben Krebs an Haut, Lunge, Leber, Niere oder Blase können andere Krankheiten auftreten, darunter Hautveränderungen, kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes. Auch die Kindersterblichkeit steigt an.

Um das Arsen zu entfernen, ist eine aufwendige Reinigung des Trinkwassers nötig. Viele südostasiatische Länder verfügen jedoch nicht über die erforderlichen Wasseraufbereitungsanlagen und besitzen auch nicht die finanziellen Mittel, um diese zu erbauen. Hier wäre es die Aufgabe der Landesregierungen, für national verfügbares, gesundheitlich unbedenkliches Trinkwasser zu sorgen, eventuell mit finanzieller Unterstützung .

Neben dem problematischen Arsen-Gehalt ist Pakistan auch als Land gelistet, das als Folge des Klimawandels von Wasserknappheit betroffen sein wird.

Quellen:

Maimoona Raza, Fida Hussain, Jin-Yong Lee, Muhammad Bilal Shakoor & Kideok D. Kwon (2017) Groundwater status in Pakistan: A review of contamination, health risks, and potential needs, Critical Reviews in Environmental Science and Technology, 47:18, 1713-1762.

https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/arsenic

https://www.deutschlandfunk.de/arsenrisiko-in-pakistan-die-unsichtbare-gefahr-im.676.de.html?dram:article_id=394269

https://www.nzz.ch/wissenschaft/gesundheit-arsen-im-grundwasser-bedroht-die-gesundheit-von-millionen-menschen-ld.1312250

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