Aufbereitung von Abwasser

Aufbereitung von Abwasser

Rund 130 Liter Haushaltswasser verbraucht ein Deutscher pro Tag. Das meiste davon gelangt in die Kanalisation. Sobald es im Abflussrohr verschwunden ist, ist es aus dem Sinn. Aber was genau passiert mit dem Abwasser eigentlich und wie wird daraus wieder frisch aufbereitetes Wasser?

Nicht nur Wasser gelangt in die Kanalisation. Essensreste, Fäkalien, Shampoo, Toilettenpapier – das sind nur ein paar der Nebenprodukte, die zusammen mit verbrauchtem Wasser weggespült werden. Ein ausgeklügeltes System sorgt dafür, dass ganz am Ende wieder qualitativ hochwertiges Wasser in die Flüsse geleitet wird.

Bevor es jedoch soweit ist, wird das Abwasser durch unzählige Kilometer von Misch- und Schmutzwasserkanäle gelenkt. In der Kläranlage angekommen, durchläuft das Wasser sechs Phasen:

1. Zunächst werden alle größeren Teile wie beispielsweise Toilettenpapier aus dem verschmutzten Wasser gefiltert.
2. In einem zweiten Schritt werden Kleinstpartikel wie Sand mit Hilfe einer speziellen Maschine immer weiter nach oben und dadurch aus dem Abwasser raus geschoben. 
3. Danach wird das Wasser in die bekannten großen Becken geleitet. Der Grund: Das Wasser soll eine Weile in den Becken bleiben bis noch nicht rausgefilterte Verschmutzungen an den Boden abgesickert sind. Nach etwa einem Tag wird der so angesammelte Schlamm mit einem riesigen Schieber aus dem Wasser geschoben.
4. Das Wasser fließt in ein weiteres großes Becken, das sogenannte Belebungsbecken. Luft wird zugesetzt. Die sich im Wasser tümmelnden Mikroorganismen werden dadurch herangezüchtet. Sie sollen den Schmutz im Wasser auffressen.
5. In einem dritten Becken werden verbleibender Schlamm und die Mikroorganismen abgeschöpft. In einigen Klärwerken kommt hierfür unter anderem eine Bestrahlung mit UV-Licht zum Einsatz.
6. Ein weiteres Becken ist gefüllt mit Kieselsteinen, durch die das Wasser gefiltert wird. Hartnäckige Schmutzteilchen bleiben an den Kieseln hängen.

Nun ist das Wasser gereinigt und wird in Flüsse geleitet. 

Gereinigt bedeutet jedoch nicht, dass das Wasser komplett frei ist von Schadstoffen. Medikamentenrückstände oder Mikroplastik lassen sich beispielsweise nur sehr schwer bis nahezu unmöglich aus dem Abwasser filtern. 

 

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12353/umfrage/wasserverbrauch-pro-einwohner-und-tag-seit-1990/
https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/abwasser.php5
https://www.br.de/themen/wissen/abwasser-wasser-klaeranlagen-100.html

Foto: Pixabay

 

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen