Prof. Dr. Petra Döll ist Professorin für Hydrologie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. 1996 begann sie mit der Entwicklung des globalen hydrologischen Modells WaterGAP, ein Simulationsprogramm, mit dem die weltweiten Süßwasservorkommen und deren Nutzung abgeschätzt und vorhergesagt werden können. WaterGAP wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und ist in zahlreichen Studien eingesetzt worden. Als Mitglied des IPCC untersucht Petra Döll seit 2001, welchen Einfluss der Klimawandel auf die weltweiten Wasserressourcen hat.

https://www.frankfurter-stadtmagazin.de/2018/11/02/hohe-auszeichnung-fuer-frankfurter-wasserexpertin-prof-petra-doell/

Döll über nachhaltige Wassernutzung

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Petra Döll (Professorin für Hydrologie) 
Anlässlich des Projektes “Welt Wasser Wirtschaft” an dem Institut für physisch Geographie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 18. Juni 2019

“Alles was zum Klimaschutz beiträgt, also unser Mobilitäts- und Konsumverhalten, ist die wichtigste Maßnahme, um die nachhaltige Entwicklung der Wasserressourcen zu ermöglichen.”

Auf die Frage, ob die Grundwasserreserven in Deutschland auch nachhaltig genutzt werden, unterscheidet Frau Prof. Dr. Döll von der Wassermengenproblematik und der Wasserqualität. In Deutschland gibt es keine stetige Abnahme des Grundwassers, wie in anderen Ländern und Gebieten. Hier erfolgt der Umgang mit der Menge nachhaltig. Jedoch erfolge hierzulande kein nachhaltiger Umgang mit der Grundwasserqualität. Durch Pestizide und Nährstoffe ist das Grundwasser stark belastet. Als Trinkwasser ist es somit nicht geeignet.

Wasserquantität und der Klimawandel

Der starke Hitze- und Trockensommer 2018 regt zum Nachdenken an. Viele behaupten, dass durch den Vorgeschmack letzten Jahres auf wahrscheinlich weitere Folgen des Klimawandels, besonders Greta Thunberg und die Fridays For Future-Bewegung so erfolgreich waren. “Weil eben die Leute gemerkt haben, so wie es eben in dem Sommer 2018 war – so wird es in Zukunft häufiger sein.”, so Döll. “Die Häufigkeit von so trockenen Sommern mit Problematik für Landwirtschaft, Energieversorgung und Trinkversorgung – die wird mit dem menschengemachten Klimawandel zunehmen.”

In anderen Gebieten auf der Welt sieht, in denen Trockenheit ohnehin schon ein Problem darstellt, wird es in Zukunft noch trockener werden. Besonders im Mittelmeerraum wird durch den Klimawandel deutlich weniger Wasser zur Verfügung stehen. Es gibt jedoch auch Gebiete, wie beispielsweise die Monsungebiete in Süd-Ostasien, in denen es mehr Wasserressourcen geben wird. Dies stellt aber ebenfalls eine Problematik durch einen stärkeren Monsun dar. Folge wird hier Hochwasser sein. 

(Weitere Informationen: https://www.students4water.de/elementor-810/ )

Überzeugt? Das sagt der Faktencheck!

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