Gletscherschmelze bedroht Energieversorgung der Schweiz

Gletscherschmelze bedroht Energieversorgung der Schweiz

Die Schweizer Gletscher tauen- zwischen 1999 und 2009 gingen 12% der Gletschermasse verloren. Doch nicht nur die Schweiz ist betroffen: Je nachdem, wie stark sich die Erde in den nächsten Jahrzehnten erwärmt, können bis Ende des Jahrhunderts weltweit alle Gletscher geschmolzen sein.

Das Abschmelzen der Gletscher hat viele Ursachen, die fast alle menschengemacht sind: Die Erderwärmung, intensivere Sonneneinstrahlung, eine prognostizierte Verringerung des Niederschlags sowie die Ablagerung von Rußpartikeln auf dem Eis. Durch letztere verringert sich die Albedo der Gletscher: Sie absorbieren mehr Strahlung, sodass sich ihre Oberflächen schneller aufheizen und das Abtauen beschleunigt wird.

Das Schmelzen der Gletscher wirkt sich auf den natürlichen Wasserhaushalt in der Schweiz aus. Im Winter wird Wasser als Gletschereis „gespeichert“ und im Sommer dann schrittweise abgegeben. Somit ist ein gleichmäßiger Abfluss sichergestellt. Auf diesen ausreichenden Abfluss verlässt sich momentan auch ein Teil der Schweizer Energieversorgung. Mit dem Abtauen der Gletscher wird ein verlässlicher, ganzjähriger Abfluss aus den Bergen bald Geschichte sein.

Ohne gleichmäßigen Zufluss ist eine permanente Energiegewinnung in den Schweizer Stauseen und Flusskraftwerken nicht mehr gewährleistet. Von der ETH Lausanne wurde ein Rückgang des Abflusses aus den Bergen bis 2100 um bis zu 17% prognostiziert. Lediglich nach der Schneeschmelze im Frühling wäre ein Abfluss und damit die Möglichkeit der Energiegewinnung sicher vorhersagbar- während des restlichen Jahres hinge die Menge des abfließenden Wassers vom Niederschlag ab, der durch die globale Erwärmung ohnehin immer sporadischer fallen wird. Die Schweiz, die etwa 60% ihres Stroms durch Wasserkraftwerke erzeugt, wird damit vor ein ernstzunehmendes Problem gestellt.

Theoretisch könnten mit Stauseen die Gletscher als Wasserspeicher ersetzt werden. Angesichts der gigantischen Wassermengen, die in den Gletschern gespeichert sind, müssten die Stauseen jedoch gigantische Ausmaße haben. Eine wirkliche Lösung ist also noch nicht in Sicht.

Quellen:

Neue Zürcher Zeitung (2009): https://www.nzz.ch/kein_eis__kein_wasser-1.3196315

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen