Hormone in Plastikflaschen?

Im Jahre 2009 untersuchte die Frankfurter Goethe-Universität in einer Studie die hormonelle Belastung von Mineralwasser in Glas- und Plastikflaschen. Die Ergebnisse sind potenziell bedenklich, bedürfen aber weiterer Untersuchungen und Interpretationen, um eindeutige Schlüsse zuzulassen.

Die Biologen Jörg Oehlmann und Martin Wagner versuchten, in 20 Mineralwässern Chemikalien nachzuweisen, die mit menschlichen Hormonen vergleichbar sind. Dabei wurde zwischen Glas- und Plastikflaschen unterschieden. Die Belastung mit östrogen-artigen Chemikalien war in Plastikflaschen nahezu doppelt so hoch wie in Glasflaschen. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass aus den PET-Flaschen Plastikadditive wie Weichmacher gelöst werden.

Der Nachweis erfolgte mithilfe von Schnecken, die empfindlich auf die Anwesenheit von Hormonen reagieren: Sie vermehrten sich doppelt so schnell in dem mit Plastikadditiven belasteten Wasser. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz rät Verbrauchern, auf Glas- anstatt Plastikflaschen zurückzugreifen. Das Bundesinstitut für Risikoabwägung sieht hingegen keine Gefahr für Verbraucher, da die Belastung in den untersuchten Fällen den gesetzlichen Grenzwert nicht überschreitet. Dabei wird jedoch eine möglicherweise akkumulierende Wirkung der hormon-ähnlichen Stoffe nicht berücksichtigt.

Inwiefern die gelösten Stoffe vom Körper aufgenommen werden und welche Auswirkungen sie dort hervorrufen, ist laut Oehlmann und Wagner nicht bekannt und bedarf weiterer Forschung. 2015 konnten Forscher der Universitäten Peking, Shenzen, Gifu und Suzuka nachweisen, dass in Plastikflaschen, die mit 60 ° C heißem Wasser gefüllt wurden, nach 6 Stunden relevante Mengen an BHPF gelöst wurden. Dabei handelt es sich um einen Ersatzstoff, mit dem immer mehr Hersteller den Weichmacher Biphenol A ersetzen. Einen für potentiell gesundheitsschädigende Stoffe zu finden könnte sich sich also als schwierig erweisen.

Quellen:

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/studie-wasser-in-plastikflaschen-mit-hormonen-belastet-1924068.html

https://taz.de/Verbraucherschuetzer-warnen/!5165989/

https://www.welt.de/gesundheit/article162440105/Die-hormonelle-Gefahr-die-in-Plastikflaschen-lauert.html

https://www.welt.de/wissenschaft/article144258097/Kann-Wasser-eigentlich-schlecht-werden.html

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