Input vom WaterSummit: Darf man Wasser verkaufen?

Input vom WaterSummit: Darf man Wasser verkaufen?

Beim WaterSummit am 06. September 2019 bei Nestlé in Frankfurt wurde natürlich auch über die Frage diskutiert, ob Wasser denn überhaupt verkauft werden darf.

Experten verschiedener Fachrichtungen haben ihre Meinung geäußert:

Benjamin Adrion von Viva con Agua sagt, dass der Zugang zu sauberem (Trink-) Wasser die Basis für alles ist. Egal ob Gesundheit, Bildung, Hygiene oder schlichtweg Ernährung. Die Problematik rund um den Nutzen und Verkauf von Wasser muss weiter differenziert werden. Die Grundversorgung mit Wasser steht damit auf der einen Seite, die industrielle Verschwendung auf einer anderen.

Wasser darf seiner Ansicht nach verkauft werden – vorausgesetzt, der (freie) Zugang zu Wasser schwindet dadurch für niemanden. Der Handel mit Wasser wird dann verwerflich, wenn er im Konflikt zum Menschenrecht Wasser steht.

Prof. Dr. Gerhard Minnameier von der Uni Frankfurt schließt sich Benjamin Adrion an.

Er ergänzt, dass die Erhebung eines Preises für Wasser nicht im Widerspruch zum Menschenrecht steht. Wann immer etwas zur freien Verfügung steht, wird es verschwendet. Wird ein Produkt jedoch teuer, steigert das einen bewussteren Umgang.

Marc Honold von Nestlé Waters erklärt, dass Wasser ein Lebensmittel wie jedes andere auch ist.

Vor diesem Hintergrund sei es legitim, Wasser zu verkaufen.

Honold spinnt den Gedankengang noch weiter und fragt: Wenn Wasser an sich nicht verkauft werden dürfte – dürften denn dann Produkte verkauft werden, für deren Produktion Wasser benötigt wird? Schließlich würden lediglich 0,0009 Prozent des globalen Wasserverbrauchs in Flaschen abgefüllt.

 

Foto: Cedric Henrich

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