Leitungswasser versus Mineralwasser

Leitungswasser versus Mineralwasser

Es gibt sie beide, die überzeugten Leitungswasserkonsumenten und die Flaschenmenschen. Wenn es um das Wasser geht, scheiden sich oft die Geister. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Die einen wohnen im dritten Stock und wollen sich das Schleppen von Wasserkisten sparen, die anderen möchten ihre Gäste mit Wasser aus der Flasche verwöhnen. Mit dem Konsum von Leitungswasser kann Geld gespart werden, mit abgepacktem Wasser werden dem Körper wertvolle Mineralien zugeführt, so die Meinungen. Aber was ist dran am Thema „Leitungswasser versus Mineralwasser“? Was ist gesünder? Was ist besonders für Babys und ältere Menschen geeignet? Und wie viele Mineralien hat Mineralwasser eigentlich? Stiftung Warentest wollte es genau wissen.

Grundsätzlich gilt: Die Wasserwerke garantieren einwandfreies Leitungswasser bis zum Hausanschluss. Im Haus können aber Blei- und Kupferrohre das Wasser verunreinigen. Das ist zwar immer seltener der Fall, ein Restrisiko besteht dennoch. Insbesondere in unsanierten oder nur teilsanierten Altbauten in Nord- und Ostdeutschland. 
Gut zu wissen: Der Vermieter ist verpflichtet, alte Leitungen auszutauschen.

Was Geschmack und Mineralstoffgehalt betrifft, kann es je nach Region zu Unterschieden kommen. Sicher ist, dass auch Leitungswasser Mineralstoffe enthält. Andersrum ist nicht jedes natürliche Mineralwasser besonders mineralstoffreich. Überhaupt sorgt vielmehr eine ausgewogene Ernährung für die Deckung des täglichen Bedarfs an Mineralstoffen. der Konsum von mineralhaltigem Wasser kann daher eher als eine Art Luxus gesehen werden.

Stilles Mineralwasser gilt als mild und harmonisch. Leider ist es aber auch anfällig für Keime, weil die Kohlensäure deren Wachstum nicht hemmt. Das stellt insbesondere für Immungeschwächte ein Risiko dar. Alles in allem sind sowohl Mineral- als auch Leitungswasser für die Zubereitung von Babynahrung geeignet. Steril ist aber keines, das heißt beide Wasserarten müssen abgekocht werden.

Was die Kosten betrifft, ist reines Leitungswasser am Günstigsten. Wer allerdings sein Wasser mit einem Sprudler pimpen möchte, sollte genau nachrechnen. In der Regel kostet es mehr, das Wasser selbst zu sprudeln, als das billigste Mineralwasser im Supermarkt zu kaufen. Marken-Mineralwasser ist dagegen definitiv teurer als die self-made-Variante.

Auch was den Sprudelgehalt angeht, steht Leitungswasser dem gekauften Wasser um nichts nach. Ganz im Gegenteil. Mineralwasser blubbert feinperlig. Bei einem Wassersprudler ist der Kohlensäuregehalt dafür individuell wählbar.
Tipp von Stiftung Warentest: Beim selbst sprudeln sollte am besten gekühltes Wasser verwendet werden. Dieses nimmt mehr Kohlensäure auf als ungekühltes.

Students4Water fasst zusammen: Wirklich ungesund ist weder Leitungs- noch Mineralwasser. Bei stillem Mineralwasser muss jedoch eine gewisse Vorsicht geboten werden, da es durch die fehlende Kohlensäure anfälliger für Keime ist. Menschen mit einem schwachen Immunsystem sollten besser die Finger davonlassen. Und für Mamis und Papis gilt: Egal, welches Wasser genutzt wird, für Babys sollte es immer abgekocht werden.
Für den täglichen Bedarf reicht Leitungswasser vollkommen. Das spart nicht nur Kosten und Kistenschleppen, sondern ist auch sehr umweltfreundlich.

Und noch ein abschließender Tipp von Stiftung Warentest: Welche Mineralstoffe das Wasser in einer Region enthält und wie hart es ist, weiß der zuständige Wasserversorger. Wer Gewissheit über den Bleigehalt haben will, muss sich an das Gesundheitsamt wenden. Es führt Analysen durch oder vermitelt an ein Labor. Bleianalysen gibt es ab 18 Euro, oft sogar gratis, wenn im Haushalt Kleinkinder oder Schwangere leben.

 

Quellen:
https://www.test.de/FAQ-Wasser-ist-Leitungswasser-besser-als-Mineralwasser-4745742-0/
https://www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-0/

Foto: Pixabay

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