Menschenrecht Wasser

Menschenrecht Wasser

Wasser ist ein Menschenrecht. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Vor etwas mehr als neun Jahren, am 28. Juli 2010, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 64/292 das Recht auf (sauberes) Wasser als Menschenrecht anerkannt. Die Resolution ist mit 122 Mitgliederstimmen angenommen worden; 41 Staaten haben sich ihrer Stimme enthalten. Völkerrechtlich bindend ist sie nicht.

Das Menschenrecht bedeutet konkret, dass ausreichend Wasser für persönliche Bedürfnisse und den Haushalt – wie Hygiene, sanitäre Zwecke und Essenszubereitung – vorhanden ist. Das Wasser muss sauber sein, sprich frei von gesundheitsschädlichen Verunreinigungen. Es muss in Farbe, Geruch und Geschmack zumutbar sein. Und der Wasserzugang muss sich in der Umgebung des Haushaltes, der Schule oder des Arbeitsplatzes im Umfeld von 1 000 Metern oder weniger als 30 Minuten Fußweg befinden.

Die Befürworter leiteten das Menschenrecht auf Wasser von Art. 11, Abs. 1 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ab. Dort heißt es Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf einen angemessenen Lebensstandard für sich und seine Familie an, einschließlich ausreichender Ernährung, Bekleidung und Unterbringung, sowie auf eine stetige Verbesserung der Lebensbedingungen.“

Zum angemessenen Lebensstandard zählt das Recht auf sanitäre Einrichtungen und sauberes Wasser. Außerdem sind andere Menschenrechte ohne das Recht auf Wasser gar nicht vorstellbar. Dazu zählen beispielsweise das Recht auf Leben, das auf Nahrung und der Schutz vor Hunger, sowie das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit. Auch eine angemessene medizinische Versorgung ist ohne sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen kaum zu erreichen. 

Das Menschenrecht auf Wasser wird dann verletzt, wenn zur Gewährleistung einer Grundversorgung mit Wasser die vorhandenen Ressourcen nicht genutzt werden und die Unterstützung von außen verboten wird. Das ist auch dann der Fall, wenn finanzielle Mittel, technisches Wissen und die gegenseitige Hilfe und Unterstützung aller Staaten verwehrt werden.

Allerdings ist längst nicht jeder Befürworter dieses Menschenrechts. Die Staaten, die die Resolution 2010 abgelehnt hatten, begründeten dies wie folgt: Ein internationales Recht auf Wasser würde nicht existieren und die Resolution sei zu schwammig und ungenau formuliert. Auch finanzielle Gründen waren genannt worden, denn es fehlt vielen Ländern schlichtweg an Geld, um das Ziel der Resolution – die Verbesserung der Wasserversorgung – in die Tat umzusetzen.


Quellen:

https://www.menschenrechtsabkommen.de/recht-auf-sauberes-wasser-1122/

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/ICESCR/icescr_de.pdf

https://dgvn.de/meldung/das-menschenrecht-auf-wasser-auf-dem-pruefstand/


Foto: superizar2010 auf Pixabay 

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