Mikroplastik in unserem Trinkwasser

Mikroplastik in unserem Trinkwasser

Prof. Stephan Pflugmacher Lima

Ökotoxikologe tu Berlin

” […] So denke ich mal, dass Plastik / Mikroplastik früher oder später eine Gefahr für uns Menschen darstellt.”

( https://www.youtube.com/watch?v=to5oWLMcsu0 )

Wie gelangt Mikroplastik in unser Trinkwasser?

Welche Folgen hat Mikroplastik auf die Umwelt & Gesundheit von Lebewesen?

Was kann man selbst dagegen tun?

Fragen über Fragen, aber wer hat Antworten? Erst seit wenigen Jahren beschäftigen sich die Menschen ausgiebig mit dem Thema Plastik. Klar ist: Es wird viel zu viel Plastik produziert, wir finden es überall in unserem Alltag und es baut sich nur sehr langsam ab. Warum wird Plastikverbrauch erst jetzt ein so großes Thema?

Plastik & Mikroplastik ist nicht vermeidbar

Ob die Einkaufstüte, die Wasserflasche, das eingepackte Gemüse, die Zahnpasta, die Chipsverpackung, Autoreifen, Kosmetik … Die Liste ist endlos. Alles wird doppelt und dreifach verpackt. Täglich werden wir mit Plastik in Massen konfrontiert. Erst jetzt, wo das Thema auch in den Medien große Wellen schlägt (Stichwort Klimawandel), gibt es eine wirklich große Bewegung, die sich den Fragen stellt : Ist es so notwendig? Brauchen wir das wirklich? Die Antwort: Nein, brauchen wir nicht. Doch es ist nicht gerade leicht, auf Plastik zu verzichten, da gefühlt jedes Lebensmittel und jedes Produkt in Plastik verpackt ist. Sogar unser Trinkwasser ist von Plastik umhüllt. Hier gibt es die Möglichkeit auf Leitungswasser oder Glasflaschen umzusteigen. Aber auch hier kommt die Frage auf: 

Ist unser Trinkwasser auch wirklich Plastikfrei?

Nein,
denn Mikroplastik ist überall.

Plastik (Kunststoff) ist vielseitig einsetzbar und auch ziemlich praktisch. Jedoch hat es den großen Nachteil, dass es mit der Zeit in kleinste Partikel zerfällt. Landet also Plastik in der Umwelt, bleiben die nicht-sichtbaren Kunststoffteilchen –Mikroplastik– in Seen, Meeren und Flüssen zurück. Grundsätzlich befördert sich alles, was in der Natur landet, früher oder später in unsere Gewässer. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Meeresbewohner, die diese Partikel automatisch aufnehmen. Alle Lebewesen benötigen Wasser. So gelangen die Kunstoffteilchen auch in unser Trinkwasser oder eben auch in den Fisch, den wir essen.

Unsere Gewässer haben jährlich mit einer Flut von 4,8 bis 12,7 Megatonnen Plastikmüll zu kämpfen.

Trauriger Fakt: Mikroplastik hat es sogar schon in das arktische Eis und auf den Meeresboden geschafft. Welche Folgen die kleinen Kunstoffteilchen auf die Umwelt und unsere Gesundheit haben könnte, wird gerade noch erforscht. Sicher ist: Es sind Schäden, die die Menschen in der Umwelt und langfristig auch Schäden in der Gesundheit des Menschen und allen anderen Lebewesen hinterlassen werden. 

An einer Muschel wurde bisher getestet, wie viel Plastik sie aufnimmt und wieder abgibt. Sie nahm alles an den Plastikteilchen auf, aber gab längst nicht alles wieder ab. Damit ist klar, dass wir das Plastik in unseren Körpern behalten. Vor einiger Zeit wurde bereits bestätigt, dass Plastik auch in Menschen gefunden wurde. 

Vor kurzem stellte ein Taucher im pazifischen Ozean einen neuen Rekord im Tiefseetauchen auf. Neben neuen Arten entdeckte er den wohl enttäuschendsten Fund: Eine Plastiktüte in 10.928 Meter Tiefe.

Forscher fanden außerdem heraus, dass wir Menschen wöchentlich etwa 5 Gramm Mikroplastik durch unsere Nahrung, Trinkwasser und sogar durch atmen in uns aufnehmen. 5 Gramm entsprechen etwa einer ganzen Kreditkarte. Gesund ist das sicher nicht für den Körper

Was kann man selbst tun?

Jeder kann bewusster einkaufen. Plastikverpackungen und so auch Plastikmüll so gut es geht vermeiden. Vermeiden können wir leider kaum, dass wir mit der Aufnahme von Trinkwasser auch Mikroplastik aufnehmen. Es ist aber immer besser, keine Plastikflaschen zu kaufen, da so unnötiges Plastik vermieden wird. Außerdem wurde nachgewiesen, dass das Leitungswasser in Deutschland deutlich weniger Spuren aus Industrie und Landwirtschaft enthält, da es regelmäßig geprüft wird. Bisher gibt es auch keinen eindeutigen Nachweis, dass sich Mikroplastik auch in unserem deutschen Grundwasser befindet. Wasser aus Plastikflaschen enthält Forschungen zufolge deutlich mehr Mikroplastik, als Leitungswasser. Stiftung Warentest teilte am 26.06.2019 mit, dass im Test von 32 natürlichen Wässern nur 15 Produkte, die Note “gut” erhielten. Manche erhielten sogar nur die Note “mangelhaft”. Für Menschen mit schwachem Immunsystem kann Wasser, dass so viele Keime enthält, gefährlich werden. In einem Wasser wurde der radioaktive Stoff Radium entdeckt. Man sollte sich selbst lieber den Gefallen tun, Leitungswasser zu trinken. Zumindest in Deutschland kann man damit sicher nichts falsch machen.

Informieren

Auf Videoplattformen findet man viele ältere, aber auch aktuelle Dokumentationen und Informationsvideos zum Thema Plastik, Mikroplastik und Plastikfasern. (Von Kleidung abgegebene Partikel, die in die Gewässer -auch Plastikflaschen- gelangen.) Hier ein Video zu dem Thema:

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