Was sind eigentlich… Ästuare?

Was sind eigentlich… Ästuare?

Ästuare sind ein besonderes Phänomen der Natur bedingt durch Ebbe und Flut. Dringen Gezeitenwellen tief in Flussmündungen vor, waschen sie das Flusstal aus. Die Flussmündung wird trichterförmig, was in der Fachsprache als Ästuar bezeichnet wird.

In Deutschland lässt sich das entlang der Nordseeküste besonders gut beobachten. Hier ist der Unterschied zwischen Flutwellen und Ebbeströme, also der Tidenhub, verhältnismäßig groß. Ein Beispiel: In der südlichen deutschen Nordsee sind die Mündungen von Ems, Elbe und Weser Ästuare. Der Tidenhub beträgt dort zwischen zwei und drei Metern.

In den Ästuaren mischt sich das Süßwasser der Flüsse mit dem Salzwasser der Nordsee zu Brackwasser. Durch die Kombination von großem Tidenhub und Brackwasser entsteht ein einzigartiger und zugleich extremer Lebensraum. Einige Pflanzen- und Tierarten haben sich genau darauf spezialisiert. Sie können nur in diesen Gebieten überleben. Unter dem Einfluss von Brackwasser und Gezeiten können sich beispielsweise in flachen Uferbereichen ausgedehnte Salzwiesen und Röhrichte ausbreiten, die – je nach Lage – regelmäßig oder auch sporadisch überflutet werden. Obwohl es sonderbar klingen mag, sind diese Regionen Brut- und Laichgebiet, Lebensraum sowie Raststätte für viele Arten von Amphibien, Fischen, Insekten und Vögeln.

 

Quelle:
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/gewaessertyp-des-jahres-2019-das-grosse

Foto: Pixabay

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen