Wasser als Lebensraum

Wasser als Lebensraum

Wasser ist der Ursprung des Lebens – und der Lebensraum vieler Lebewesen. Verschiedene Tiere und Pflanzen sind auf das Leben im Wasser ausgelegt. Für uns Menschen ist der Lebensraum Wasser eine andere, größtenteils unentdeckte Welt.

Der Landgang

Vor etwa 3,48 Milliarden Jahren gab es bereits Spuren von Mikroorganismen an Land. An Wasser angepasste Organismen führten den Prozess der Landbesiedelung durch und so entwickelten sich verschiedene Landpflanzen. Mit der Evolution kamen auch luftatmende Wirbeltiere, die sich dazu entschieden Land als Lebensraum zu nutzen und sich anzupassen. Die Veränderung des Klimas und der Anstieg des Vulkanismus sind mögliche Gründe für die Umsiedelung. Dies führte zu geringem Sauerstoffgehalt im Wasser und dem dritten großen Aussterben. So wie es die Evolution vorsah, zogen Pflanzen und Tiere an Land. Der Landgang der Wirbeltiere erfolgte -Untersuchungen zufolge- wahrscheinlich durch eine Unterklasse des heute lebenden Lungenfisch, auch Dipnoi genannt. Die Beine des Tieres entwickelten sich bereits im Wasser.

Heutige Meeresbewohner

Schwämme, Nesseltiere (Quallen, Korallen, Seeanemonen), Ringelwürmer (Wattwurm, Bartwürmer), Weichtiere (Muscheln, Meeresschnecken, Tintenfische), Gliederfüßer (Pfeilschwanz”krebse”, Krebse), Stachelhäuter (Seesterne, Seeigel, Seegurken), Wirbeltiere (Fische, Seeschlangen, Ichthyosaurier(fossil), Meeressäuger) –

Eine Vielzahl von verschiedenen Tieren leben auch heute noch im Wasser. Der Großteil ist an das Wasser gebunden, doch Meerestiere wie zum Beispiel Krebse können sich auch an Land fortbewegen. Auch Wasserschildkröten, Seeschlangen, aber auch Pinguine, Seevögel und Robben nutzen beide Lebensräume.

Der Mensch und das Meer

Der Mensch hat das Wasser mehr beruflich und als Freizeitaktivität für sich entdeckt. Wir besitzen zwar auch die Gliedmaßen, um uns flexibel zwischen Wasser und Land zu bewegen, jedoch sind wir Landbewohner und können uns nur über einen sehr kurzen Zeitraum im Wasser aufhalten. Statt Kiemen besitzen wir eine luftatmende Lunge, statt Flossen besitzen wir Beine und Arme – dies macht es unmöglich, uns über einen längeren Zeitraum im Wasser aufzuhalten. Um im Wasser forschen zu können, gibt es daher neueste Techniken, Boote und für Freizeitaktivitäten gibt es Surfbretter, Flossen und Sauerstoffflaschen oder Schnorchel. Die Gefahr im Wasser zu ertrinken ist für den Menschen hoch, da wir nicht genügend Kraft dazu besitzen, um gegen die starken Mächte der Ozeane anzukommen.

Doch so wenig wir doch scheinbar ausrichten können, zeigt es die Realität ganz anders. Wir leben in einer Welt des Konsums und Produkte im Überfluss. Wir hinterlassen unsere Spuren in den Meeren und schaden somit allen Meeresbewohnern. Denn: In jedem Quadratkilometer schwimmen hunderttausend Teile Plastikmüll. Meeresbewohner nehmen unbewusst oder auch bewusst die Plastikteilchen auf, da sie den Müll nicht von Futter unterscheiden können. Vor allem größere Tiere verfangen sich in größeren Plastikteilen und kommen so zu Tode. Das fragwürdige: Der Müll, den wir produzieren, gelangt in die Mägen der Fische, die wir essen. Somit nehmen wir über unsere Nahrung unseren eigenen Müll zu uns, was in Zukunft möglicherweise gesundheitliche Folgen mit sich bringt.

Ein weiteres Problem der heutigen Zeit ist die Überfischung. Die Belastungsgrenze des marinen Ökosystem wurde bereits um weitem überschritten – Eine katastrophe für die Meere. Um die Fischbestände ist es schlecht bestellt. Bereits 1950 wurden 90 Prozent der Bestände leer gefischt. Mit Netzen werden die Fische eingefangen. Darunter besonders beliebt: Thunfisch, Schwertfisch, Marlin, Kabeljau, Heilbutt, Rochen und Flunder. Aus vielen Fischernetzen werden sogenannte Geisternetze. Diese gehen bei der Fischerei verloren oder werden einfach “vergessen”. So kommt es dazu, dass sich unzählige Tiere in den Netzen verfangen und sterben.

Wir Menschen greifen in einen uns wenig bekannten Lebensraum ein und bringen somit unzählige Lebewesen – darunter auch uns selbst – in Gefahr. 

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