Weltbank warnt vor Wasserkrise durch Verschmutzung

Weltbank warnt vor Wasserkrise durch Verschmutzung

Wer das Wort „Wasserkrise“ hört, denkt intuitiv an Dürren oder Überflutungen- also an zu wenig oder zu viel Wasser. Wie die Weltbank in ihrem neuen Bericht offenlegt, birgt eine Verschlechterung der Wasserqualität genauso viele Risiken für Mensch und Umwelt.

In ihrem im August 2019 veröffentlichten Bericht „Quality Unknown“ warnt die Weltbank eindringlich vor den mit einer Verschlechterung der Wasserqualität einhergehenden Gefahren und Risiken. Nicht nur bereits bekannte Schadstoffe (u.a. Nitrat und Mikroplastik, aber auch geogene Verunreinigungen z.B. durch Arsen) bedrohen die Wasserreserven; zunehmend werden neue Schadstoffe analysiert, deren Auswirkungen auf die Umwelt oft noch unbekannt sind.

Interessanterweise sieht die Weltbank die gleiche Bedrohung für entwickelte wie für Entwicklungsländer. Auch wirtschaftlich gut dastehende Länder wie Deutschland sind nicht immun gegen Verschmutzungen mit Nitrat oder fäkal verunreinigtem Abwasser. Zudem stellen Wasserressourcen ein dynamisches, nicht auf einen Ort beschränkte Systeme dar, die in komplexem Maße miteinander verbunden sein können. Abhängig von den hydrogeologischen Gegebenheiten können Schadstoffe weite Strecken im Grundwasser zurücklegen.

Dabei hat eine Verschlechterung der Wasserqualität wirtschaftliche, gesundheitliche und ökologische Folgen: Ein Zusammenhang zwischen Schadstofffreisetzung und abnehmendem Wirtschaftswachstum wurde festgestellt (wenn der „Biological Oxygen Demand“ (BOD) eines Gewässers einen Schwellenwert überschreitet, sinkt das BIP in stromabwärts gelegenen Gebieten um bis zu ein Drittel). Die Gesundheit vor allem von Kindern wird gefährdet. Und natürlich leiden Ökosysteme unter starker Verschmutzung- ebenso die Menschen, die von ihnen abhängig sind.

Der fortschreitende Klimawandel wird für mehr Ungewissheit in Bezug auf Niederschlagsmenge und -verteilung sorgen. Ebenso sind die zunehmende Industrialisierung und intensivierte Landwirtschaft verantwortlich für steigende Schadstoffausstöße.

Informationen sammeln und veröffentlichen. Vorsorgen. Vorhandene Verschmutzung möglichst reinigen.

Als Gegenmaßnahmen empfiehlt die Weltbank drei Maßnahmen: Die (Welt-)Bevölkerung über die Bedrohung der Wasserqualität informieren; weitere Verschmutzung durch Prävention verhindern; eine verstärkte Aufbereitung von Abwasser. Ausführliche Verbesserungsvorschläge finden sich im verlinkten Bericht.

 

Quellen:

https://www.worldbank.org/en/news/feature/2019/08/20/quality-unknown

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